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Prostatakrebs

Prostatakrebs

Das Krankheitsbild

Beim Prostatakrebs, auch Prostatakarzinom genannt, handelt es sich um einen bösartigen Tumor der Vorsteherdrüse des Mannes. Er ist in Deutschland die häufigste Krebserkrankung und die dritthäufigste Krebstodesursache bei Männern. Die Zahl der Betroffenen nimmt zu. Das ist zum einen auf den Einsatz neuer Methoden zur Früherkennung zurückzuführen, durch die mehr Prostatakarzinome entdeckt werden. Zum anderen trägt die Alterung der Gesellschaft dazu bei. Vor dem 50. Lebensjahr ist Prostatakrebs selten; die meisten Neuerkrankungen treten bei Männer ab etwa 70 Jahren auf.

Da es keine typischen Symptome gibt, die frühzeitig auf einen bösartigen Prostatatumor hinweisen, bemerken die Betroffenen in der Regel zunächst nichts. Beschwerden treten meist erst auf, wenn die Geschwulst so groß geworden ist, dass sie auf die Harnröhre übergreift. Zu möglichen Symptomen gehören ein vermehrter Harndrang, insbesondere nachts, Probleme beim Urinieren oder schmerzhafte Ejakulation. Diese Beeinträchtigungen sind jedoch nicht spezifisch und können zum Beispiel auch auf eine gutartige Prostatavergrößerung hinweisen. Beschwerden können auch dann auftreten, wenn sich Tochtergeschwülste (Metastasen) außerhalb der Prostata gebildet haben und zum Beispiel Schmerzen verursachen.

Diagnose und Verlauf

Der Prostatakrebs hat meist eine gute Prognose. Dies liegt daran, dass es Formen gibt, die sehr langsam wachsen. Die Heilungschancen steigen auch durch Vorsorgeuntersuchungen, da der Prostatakrebs dadurch frühzeitig erkannt und behandelt werden kann.

Gibt es Hinweise darauf, dass ein Mann an Prostatakrebs erkrankt sein könnte, kommen verschiedene Untersuchungsmethoden zum Einsatz. Bei der Tastuntersuchung (digital-rektale Untersuchung) untersucht der Arzt die Genitalien und tastet die Prostata vom Enddarm aus mit dem Finger ab. Eine weitere Maßnahme ist die Bestimmung des PSA-Wertes im Blut des Patienten. PSA steht für Prostata-spezifisches Antigen, ein Eiweißstoff, der in der Prostata gebildet wird und normalerweise nur in ganz geringen Mengen im Blut vorhanden ist. Hinzu kommen die Ultraschalluntersuchung der Prostata vom Enddarm aus und – bei weiterhin bestehendem Verdacht auf eine Krebserkrankung – die Analyse von Gewebeproben (Biopsien).

Wurde ein Prostatakarzinom festgestellt, können weitere bildgebende Verfahren zum Einsatz kommen, beispielsweise die Knochenszintigraphie. So lässt sich feststellen, ob der Tumor schon Metastasen im Körper gebildet hat. Außerdem versucht der Arzt anhand der feingeweblichen Untersuchung der Gewebeprobe und anderer Faktoren einzuschätzen, wie aggressiv der Tumor ist und – damit verbunden – wie hoch das Risiko ist, dass dieser wachsen oder sich in andere Organe ausbreiten könnte. Von der Einschätzung und dem Krankheitsstadium hängt die Therapie ab.

Behandlung

Für das früh erkannte Prostatakarzinom, das sich noch im lokal begrenzten Stadium befindet, stehen grundsätzlich vier Behandlungsstrategien zur Verfügung: die aktive Überwachung beziehungsweise das abwartende Beobachten, die operative Entfernung der Prostata, die äußerliche Bestrahlung der Prostata sowie die innerliche Bestrahlung der Prostata. Welche Therapie durchgeführt wird, hängt davon ab, ob der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose noch auf die Prostata begrenzt ist oder bereits umgebendes Gewebe befallen und Tochtergeschwülste (Metastasen) in Lymphknoten und anderen Organsystemen gebildet hat.

Bei erhöhtem Risiko für ein Wiederkehren des Tumors nach der Operation beziehungsweise Bestrahlung, etwa wenn der Tumor schon über die Prostata hinausgewachsen ist, erfolgt oft zusätzlich eine Hormonentzugstherapie. Diese unterdrückt die Wirkung des männlichen Sexualhormons Testosteron im Körper, welches das Wachstum von Prostatakrebs begünstigt. Der Hormonentzug ist auch die Standardtherapie im weiter fortgeschrittenen Stadium, in dem sich bereits Fernmetastasen gebildet haben und lokale Methoden wie Operation oder Strahlentherapie keine ausreichende Therapieoption mehr darstellen.

Weitere Informationen

www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/prostatakrebs.html
Bereich zum Prostatakrebs auf der Website der Deutschen Krebsgesellschaft

krebsinformationsdienst.de
Bereich zum Prostatakrebs auf der Website des Deutschen Krebsinformationsdienstes

dgu.de/patientenratgeber.html
Patientenratgeber u.a. zum Prostatakrebs auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Urologie

leitlinienprogramm-onkologie.de/Prostatakrebs.71.0.html
Patientenleitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe zum Prostatakrebs

krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Prostatakrebs/prostatakrebs_node.html
Angaben zur Häufigkeit von Prostatakrebs in Deutschland vom Zentrum für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut

prostatakrebs-bps.de
Website des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe, ein Zusammenschluss von Prostatakrebs-Selbsthilfegruppen in Deutschland

maennergesundheitsportal.de/themen/frueherkennung
Bereich Krebsfrüherkennung auf dem Männergesundheitsportal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

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