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Tuberkulose

Tuberkulose

Was ist Tuberkulose?

Die Tuberkulose (TB) – umgangssprachlich auch Schwindsucht oder „die Motten“ genannt – ist eine Infektionskrankheit, die hauptsächlich in der Lunge vorkommt. Bei seltenen Formen der Tuberkulose befallen die TB-Bakterien auch andere Organe, beispielsweise Lymphknoten, Rippenfell, Nieren oder Harnwege.

Tuberkulose wird durch Mykobakterien ausgelöst. Der mit Abstand häufigste Erreger beim Menschen ist das Mycobacterium tuberculosis. Es wurde 1882 von Robert Koch entdeckt. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO ist ein Drittel aller Menschen mit TB infiziert. In der Mehrheit der Fälle bricht die Krankheit allerdings nicht aus, weil die körpereigene Abwehr die Erreger eindämmt oder unschädlich macht. Im Jahr 2015 erkrankten laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit 10,4 Millionen Menschen neu an TB. In Deutschland ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts die Zahl der Tuberkuloseerkrankten mit rund 5.915 im Jahr 2016 wieder deutlich höher als in den Vorjahren.

Auch bei multiresistenten TB-Erkrankungen steigen die Zahlen. Multiresistent bedeutet, dass die Bakterien unempfindlich gegenüber mehreren Medikamenten sind. Das kommt meist dann vor, wenn ein Patient zu kurz oder nicht sachgerecht therapiert wird, bei einer falschen Dosierung der Medikamente und/oder dann, wenn er die Arzneimittel unregelmäßig einnimmt.

So äußert sich Tuberkulose: Symptome

Zu den typischen Beschwerden der Krankheit in der Lunge gehören:

  • Husten und Schmerzen beim Atmen
  • Atemnot
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Fieber
  • Appetitmangel
  • Gewichtsverlust
  • Nachtschweiß

Diese Symptome können jedoch auch auf eine andere Erkrankung hindeuten. Zur Klärung sollte immer ein Arzt zu Rate gezogen werden, der durch unterschiedliche Diagnoseverfahren die vorliegende Erkrankung feststellen und die richtige Therapie einleiten kann.

Tuberkulose erkennen: Diagnose

Ärzte können die Krankheit mithilfe verschiedener Untersuchungen diagnostizieren. Eine Standardmethode ist der so genannte Tuberkulin-Hauttest. Wichtigstes Hilfsmittel sind zudem Röntgenaufnahmen. Um Tuberkulose abschließend diagnostizieren zu können, muss der Erreger im Labor bakteriologisch nachgewiesen werden.

Leben mit Tuberkulose: Behandlung und Verlauf

Eine rechtzeitig erkannte und richtig behandelte Tuberkulose heilt in aller Regel folgenlos aus. Sie wird mehrere Monate mit einer Kombinationstherapie aus verschiedenen speziellen Antibiotika behandelt. Nimmt der Patient seine Medikamente unvollständig oder zu kurz ein, können die Erreger resistent werden. Während die Behandlung einer unkomplizierten Tuberkulose ohne nachgewiesene Resistenzen in der Regel über sechs Monate andauert, kann diese im Falle der multiresistenten TB-Variante bis zu zwei Jahre nötig sein. Die Therapie belastet die Patienten dann auch durch deutlich stärkere Nebenwirkungen sehr. Sie müssen bis zu 20 Tabletten pro Tag einnehmen.

Nach der Erstinfektion kommt es in den meisten Fällen nicht direkt zu einer akuten Erkrankung, da die Bakterien vom Immunsystem eingekapselt werden. In diesem Zustand können sie ein Leben lang im menschlichen Organismus überdauern. Bei etwa zehn Prozent der Infizierten bricht im Laufe ihres Lebens die Krankheit aus. Für Menschen mit einer Immunschwäche ist das Risiko deutlich höher. Tuberkulose-Patienten, bei denen die Krankheit in der Lunge ausbricht, können Menschen in ihrer Umgebung anstecken: Bei einer offenen Lungentuberkulose scheiden sie die Erreger vor allem beim Husten aus – und können sie so per Tröpfcheninfektion übertragen. Die eingangs genannten selteneren Arten der Tuberkulose sind meist nicht ansteckend.

Häufige Fragen

  1. Ist Tuberkulose heilbar?
    Ja, die Krankheit ist mit einer andauernden, korrekten Behandlung mit Antibiotika heilbar. Die Behandlungsdauer und mit ihr die Nebenwirkungen erhöhen sich jedoch drastisch, wenn die Erreger resistent werden.
  2. Ist Tuberkulose ansteckend?
    Ja, wenn die Krankheit in der Lunge auftritt und es zu einer offenen Lungentuberkulose kommt. Sie wird von Patienten per Tröpfcheninfektion übertragen. Nicht ansteckend ist Tuberkulose, wenn sie in anderen Organen als der Lunge auftritt.
  3. Wie lange ist Tuberkulose ansteckend?
    Eine offene Lungentuberkulose ist so lange ansteckend, wie die Patienten Erreger über ihren Husten ausscheiden. Unter Einnahme von Medikamenten sind das in etwa zwei bis drei Wochen.  
  4. Was löst Tuberkulose aus?
    Die Krankheit wird durch eine Infektion mit Bakterien übertragen. Hauptsächlicher Erreger ist das Mycobacterium tuberculosis.

 

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Weitere Informationen

Online-Informationsangebot rund um Tuberkulose von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
BzgA

Online-Informationsangebot rund um Tuberkulose auf der Website des Robert Koch-Instituts
Robert-Koch-Institut

Online-Informationsangebot des Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt
Helmholtz Zentrum

Information des Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, zum Tuberkulin-Hauttest
Lungeninformationsdienst

Website der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V. (DAHW), einem Verein, der weltweit Lepra- und Tuberkulosepatienten  unterstützt
DAHW

Online-Informationsangebot rund um Tuberkulose von der Weltgesundheitsorganisation (WHO)
WHO

 

Die Informationen, die wir Patienten zur Verfügung stellen, können einen Arztbesuch nicht ersetzen. Zudem können wir aus gesetzlichen Gründen Patienten und sonstigen Laien im Sinne des Heilmittelwerberechts (§ 10 HWG) keine werblichen Informationen über verschreibungspflichtige Medikamente bereitstellen.