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Tuberkulose

Tuberkulose

Das Krankheitsbild

Die Tuberkulose (TB) – umgangssprachlich auch Schwindsucht oder „die Motten“ genannt – ist eine Infektionskrankheit, ausgelöst durch Bakterien der Familie der Mykobakterien. Der mit Abstand häufigste Erreger beim Menschen ist das Mycobacterium tuberculosis. Es wurde 1882 von Robert Koch entdeckt. Charakteristische Symptome einer Lungentuberkulose sind Husten, Schmerzen im Brustkorb und Atemnot.

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO ist ein Drittel aller Menschen mit TB infiziert. In der Mehrheit der Fälle bricht die Krankheit allerdings nicht aus, weil die körpereigene Abwehr die Erreger eindämmt oder unschädlich macht. Im Jahr 2012 erkrankten weltweit 8,6 Millionen Menschen neu an TB. In Deutschland ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts die Zahl der Tuberkulosekranken mit rund 4.200 im Jahr 2012 vergleichsweise gering. Allerdings sinkt die Zahl der Tuberkulosen kaum noch, bei multiresistenten Erkrankungen steigen die Zahlen sogar geringfügig. Multiresistent bedeutet, dass die Bakterien unempfindlich gegenüber mehreren Medikamenten sind. Begünstigt werden Resistenzen meist durch eine zu kurze oder nicht sachgerechte Therapie, falsche Dosierung der Medikamente und/oder eine unregelmäßige Einnahme der Arzneimittel.

Diagnose und Verlauf

Um Tuberkulose zu diagnostizieren, stehen verschiedene Untersuchungen zur Verfügung. Eine Standardmethode ist der so genannte Tuberkulin-Hauttest. Wichtigstes Hilfsmittel zur Diagnose einer Lungentuberkulose sind zudem Röntgenaufnahmen. Zur vollständigen Abklärung gehört darüber hinaus der bakteriologische Nachweis des Erregers im Labor.

Nach der Erstinfektion kommt es in den meisten Fällen nicht direkt zu einer akuten Erkrankung, da die Bakterien vom Immunsystem eingekapselt werden. In diesem Zustand können sie viele Jahre oder ein Leben lang im menschlichen Organismus überdauern. Bei etwa zehn Prozent der Infizierten bricht im Laufe ihres Lebens die Krankheit aus. Für Menschen mit einer Immunschwäche liegt diese Rate deutlich höher.

Meist befällt die Tuberkulose die Lunge. Die Erkrankung beginnt in der Regel mit Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Es können zudem Fieber, Appetitmangel, Gewichtsverlust und nächtliches Schwitzen auftreten. Zu den typischen Beschwerden gehören auch Husten und Schmerzen beim Atmen. Der betroffene Patient ist eine potenzielle Ansteckungsquelle für seine Umgebung: Bei einer offenen Lungentuberkulose scheiden Erkrankte die Erreger vor allem beim Husten aus – und können so andere Menschen per Tröpfcheninfektion anstecken.

Bei seltenen Formen der Tuberkulose befallen die TB-Bakterien auch andere Organe, beispielsweise Lymphknoten, Rippenfell, Nieren oder Harnwege. Diese Arten der Tuberkulose sind meist nicht ansteckend.

Behandlung

Eine rechtzeitig erkannte und richtig behandelte Tuberkulose heilt in aller Regel folgenlos aus. Es ist erforderlich, die Erkrankung mit einer Kombinationstherapie aus verschiedenen speziellen Antibiotika über mehrere Monate zu behandeln. Eine unvollständige oder zu kurze Einnahme der Medikamente kann dazu führen, dass die Erreger resistent werden.

Bei einer unkomplizierten Tuberkulose ohne nachgewiesene Resistenzen erfolgt die Behandlung in der Regel über sechs Monate. Bei der multiresistenten TB-Variante kann die Therapie bis zu zwei Jahre dauern und belastet nicht zuletzt aufgrund der deutlich stärkeren Nebenwirkungen die Patienten sehr. Diese müssen bis zu 20 Tabletten pro Tag einnehmen, was vielen Betroffenen schwer fällt. Dennoch ist es wichtig, die Tuberkulose konsequent zu behandeln, denn mangelnde Behandlungstreue (Adhärenz) begünstigt zusätzlich die Entwicklung resistenter Bakterienstämme.

Weltweit stellt Tuberkulose wachsende Herausforderungen an den Gesundheitssektor. Deshalb fordern Experten neue Strategien zur effizienteren Prävention, Behandlung und Kontrolle von Tuberkulose. Darüber hinaus setzt Janssen auf neue Kooperationen, um Patienten in Entwicklungs- und Schwellenländern den Zugang zu Tuberkulosemedikamenten zu erleichtern.

Weitere Informationen

infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/tuberkulose
Informationsangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

rki.de/tuberkulose
Informationen rund um Tuberkulose auf der Website des Robert Koch-Instituts

lungeninformationsdienst.de
Onlineportal des Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

dahw.de
Website der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V. (DAHW), ein Verein, der weltweit Lepra- und Tuberkulosepatienten  unterstützt

who.int/topics/tuberculosis/en/
Informationsangebot der Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Die Informationen, die wir Patienten zur Verfügung stellen, können einen Arztbesuch nicht ersetzen. Zudem können wir aus gesetzlichen Gründen Patienten und sonstigen Laien im Sinne des Heilmittelwerberechts (§ 10 HWG) keine werblichen Informationen über verschreibungspflichtige Medikamente bereitstellen.