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Multiples Myelom

Multiples Myelom

Krankheitsbild

Multiples Myelom (Plasmozytom) ist eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks. Jährlich erkranken in der Schweiz rund 530 Menschen an einem Multiplen Myelom, das entspricht etwa einem Prozent aller Krebserkrankungen. 56 Prozent der Betroffenen sind Männer, 44 Prozent Frauen. Das Multiple Myelom ist eine Krankheit, die hauptsächlich Menschen über 60 Jahre betrifft.1)

Das Multiple Myelom ist eine Erkrankung des blutbildenden Systems, bei der sich Plasmazellen im Knochenmark ausbreiten. Aus bisher ungeklärten Gründen wird im Knochenmark die Bildung der B-Zellen gestört, die für die Produktion von Antikörpern zuständig sind. Dadurch entstehen entartete Plasmazellen, die nicht nur unbrauchbare Antikörper produzieren, sondern auch andere gesunde Zellen des blutbildenden Systems verdrängen.

Da die Myelomzellen knochenproduzierende Zellen hemmen sowie knochenabbauende Zellen anregen, sind Knochenschäden in Form von Schmerzen oder Brüchen ohne erkennbare Ursache ein häufiges Symptom. Ausserdem können Müdigkeit aufgrund einer Blutarmut (Anämie), eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen aufgrund des Antikörpermangels sowie eine Gewichtsabnahme auftreten.

Behandlung

Die Behandlung des multiplen Myeloms ist dreigeteilt: Stabilisieren, lindern und zurückdrängen der Krankheit. Dafür stehen neben der Stammzelltransplantation und der Strahlentherapie zahlreiche Arzneimittel zur Verfügung. Die geeignete Therapie ist primär von der Schwere der Krankheit, dem Verlauf, Alter und dem allgemeinen Gesundheitszustand sowie Begleiterkrankung des Patienten abhängig. Die Behandlungsdauer richtet sich nach dem Krankheitsverlauf und der Therapie. Um eine Therapie auszuwählen, bietet sich das sogenannte CRAB-System an. Es orientiert sich an folgenden Kriterien:

(Calcium elevation) Erhöhung des Kalziumwertes
(Renal insufficiency) Nierenversagen
(Anämie) Blutarmut (zu wenig rote Blutkörperchen)
(Bone abnormalities) Veränderungen der Knochen

Patienten mit einem multiplen Myelom haben durch unterschiedliche neue Therapien in den letzten Jahren eine wesentliche bessere Prognose erhalten. Dennoch sind die Heilungschancen minimal. Das Behandlungsziel bei den meisten Patienten ist deshalb auch die Lebenszeit zu verlängern bei bestmöglicher Lebensqualität. Neue Therapieoptionen vergrössern den Zeitraum, in dem die Krankheit nicht nachweisbar ist und die Patienten kein Krankheitsgefühl verspüren und folglich auch nicht behandelt werden müssen.


Patientenorganisationen

Krebsliga Schweiz, www.krebsliga.ch/de/
Myelom Kontaktgruppe Schweiz, www.multiples-myelom.ch/
SFK, Stiftung zur Förderung der Knochenmarktransplantation, www.knochenmark.ch

1) Quellen: Klinik für Hämatologie, USZ, http://www.haematologie.usz.ch/fachwissen/krankheitsentitaeten/seiten/ak... (Aufgerufen am 29.9.2016)