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Prostatakrebs

Prostatakrebs

Krankheitsbild

Der Prostatakrebs (Prostatakarzinom) ist ein bösartiger Tumor der Vorsteherdrüse des Mannes. In der Schweiz erkranken laut dem Schweizerischen Krebsbericht pro Jahr rund 6’200 Männer.1) Damit ist der Prostatakrebs die häufigste Krebsart überhaupt. Die Zahl der Betroffenen nimmt zu. Das ist zum einen auf den Einsatz neuer Methoden zur Früherkennung zurückzuführen, durch die mehr Prostatakarzinome entdeckt werden. Zum anderen trägt die Alterung der Gesellschaft dazu bei. Vor dem 50. Lebensjahr ist Prostatakrebs selten; die meisten Neuerkrankungen treten bei Männer ab etwa 70 Jahren auf.2)

Da es keine typischen Symptome gibt, die frühzeitig auf einen bösartigen Prostatatumor hinweisen, bemerken die Betroffenen in der Regel zunächst nichts. Beschwerden treten meist erst auf, wenn die Geschwulst so gross geworden ist, dass sie auf die Harnröhre übergreift. Zu möglichen Symptomen gehören ein vermehrter Harndrang, insbesondere nachts, Probleme beim Urinieren oder schmerzhafte Ejakulation. Diese Beeinträchtigungen sind jedoch nicht spezifisch und können zum Beispiel auch auf eine gutartige Prostatavergrösserung hinweisen. Beschwerden können auch dann auftreten, wenn sich Tochtergeschwülste (Metastasen) ausserhalb der Prostata gebildet haben und Schmerzen verursachen.

Behandlung

Wird ein Prostatakarzinom früh erkannt und befindet es sich noch im lokal begrenzten Stadium, so stehen verschiedene Behandlungsstrategien zur Verfügung. Die Behandlung ist sehr individuell und kann je nach Zustand des Patienten und Krankheitsstadiums folgende Optionen beinhalten: Aktives Überwachen, operative Behandlung und Bestrahlung sowie medikamentöse Therapie.3) Welche Therapie durchgeführt wird, hängt davon ab, ob der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose noch auf die Prostata begrenzt ist oder bereits umgebendes Gewebe befallen und Tochtergeschwülste (Metastasen) in Lymphknoten und anderen Organsystemen gebildet hat.

Bei erhöhtem Risiko für ein Wiederkehren des Tumors nach der Operation beziehungsweise Bestrahlung, etwa wenn der Tumor schon über die Prostata hinausgewachsen ist, erfolgt oft zusätzlich eine Hormonentzugstherapie. Diese unterdrückt die Wirkung des männlichen Sexualhormons Testosteron im Körper, welches das Wachstum von Prostatakrebs stimuliert. Der Hormonentzug ist auch die Standardtherapie im weiter fortgeschrittenen Stadium, in dem sich bereits Fernmetastasen gebildet haben und lokale Methoden wie Operation oder Strahlentherapie keine ausreichende Therapieoption mehr darstellen. Patienten, bei denen die Hormonentzugstherapie ihre Wirkung verfehlte, bietet sich eine medikamentöse Therapie des Prostatakarzinoms an. Die Palette zielgerichteter Medikamente ist in den letzten Jahren grösser geworden. Eine weitere Therapieoption beim Prostatakarzinom stellt die Chemotherapie dar.

 

Patientenorganisationen

Krebsliga Schweiz, www.krebsliga.ch/de
Europa Uomo, www.europa-uomo.ch/de/

1) Quelle: Schweizerischer Krebsbericht 2015,
http://www.nicer.org/assets/files/publications/others/skb_02-2016_krebsbericht2015.pdf (Aufgerufen am 26.9.2016)
2) Quelle: Krebsliga Schweiz, https://www.krebsliga.ch/de/uber_krebs/krebsarten/prostatakrebs_/ (Aufgerufen am 5.9.2016)
3) EAU – ESTRO – SIOG Guidelines on Prostate Cancer, N. Mottet et al (2016)