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Schizophrenie

Schizophrenie

Krankheitsbild

Schizophrenie ist eine komplexe, psychische Erkrankung. Sie kann mit Symptomen wie Wahnvorstellungen, Halluzinationen,  fehlender emotionaler Reaktion, sozialem Rückzug/Depression einhergehen und hierdurch alle Bereiche des täglichen Lebens beeinträchtigen. Schizophrenie wird auch als Stoffwechselstörung des Gehirns verstanden, bei der bestimmte Botenstoffe im Gehirn vermehrt auftreten andere wiederum vermindert. Bei der Erkrankung handelt es sich dagegen nicht um eine Persönlichkeitsspaltung, wie Laien fälschlicherweise häufig annehmen.

Weltweit leidet ein Prozent der Bevölkerung mindestens einmal im Leben an Schizophrenie. Auch in der Schweiz ist in etwa jede hundertste Person davon betroffen.1) Die Erkrankung tritt zumeist zwischen der Pubertät und dem 30. Lebensjahr erstmals auf, wobei Männer im Mittel früher betroffen sind. Die Ursachen für eine Erkrankung sind nicht eindeutig geklärt. Man vermutet ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren, beispielsweise genetische Veranlagung, Störungen der Gehirnentwicklung während oder nach der Geburt sowie belastende Lebensereignisse.

Der Krankheitsverlauf ist individuell sehr unterschiedlich. Generell lassen sich eine akute und chronische Phase unterscheiden. Bei der akuten Schizophrenie stehen so genannte Positivsymptome im Vordergrund, beispielsweise Denkstörungen, Stimmenhören und Verfolgungswahn. In der chronischen Phase überwiegen die so genannten Negativsymptome, etwa sozialer Rückzug, Antriebslosigkeit und Apathie. Die Schizophrenie verläuft meist in Schüben – viele Betroffene haben im Laufe ihres Lebens mehrere psychotische Episoden, also Phasen, in denen die Positivsymptome überwiegen. Die einzelnen Phasen können unterschiedlich lang sein und sich in ihrer Intensität unterscheiden.

Ein Grossteil der Betroffenen zeigt einen günstigen Krankheitsverlauf und erholt sich ohne weitere psychiatrische und soziale Einschränkungen. Jedoch erleidet in etwa ein Drittel der Patienten eine ungünstige Prognose mit bleibenden und zunehmenden Persönlichkeitsveränderungen, die bei jedem Rückfall verstärkt werden und zu schweren psychosozialen Einschränkungen führen, welche eine dauerhafte Betreuung notwendig machen.

Behandlung

Die Therapiemöglichkeiten der Schizophrenie sind vielfältig. Bewährt hat sich eine individuell abgestimmte Kombination von medikamentöser Behandlung sowie Psycho- und Sozialtherapie. Auch wenn Schizophrenie eine schwere, zumeist langwierige Krankheit ist, kann eine konsequente Therapie den Zustand der Betroffenen deutlich verbessern.

In den meisten Fällen helfen Arzneimittel, die Symptome der Erkrankung zu lindern. Die Gruppe der am häufigsten eingesetzten Medikamente heisst Antipsychotika. Je nach gemeinsamer Entscheidung von Arzt und Patient ist es möglich, die Wirkstoffe als Tablette einzunehmen oder als langwirksame Injektion zu verabreichen. Ohne Behandlung mit antipsychotischen Medikamenten erleiden etwa 85 Prozent der Schizophrenie-Patienten einen Rückfall. Mit entsprechenden Arzneimitteln beträgt die Quote hingegen nur 15 Prozent, so die Angaben der Fachorganisationen.2)

 

Patientenorganisation

Pro Mente Sana, www.promentesana.ch
VASK, Dachverband der Vereinigung von Angehörigen psychisch Kranker: www.vask.ch

1) Quelle: VASK, Dachverband der Vereinigungen Angehöriger psychisch Kranker
 http://www.vask.ch/de/index.php?page=499?  (Aufgerufen am 22.11.2016)
2) Quelle: Neurologen und Psychiater im Netz, http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/stoerungen-erkrankungen/schizophrenie-und-schizophrene-psychosen/verlaufprognose/ (Aufgerufen am 29.9.2016)