Skip to main content

Suche

Janssen Forum 10/17

Rückblick: Janssen Forum Jänner 2019

Am 31. Jänner widmeten sich die Experten des Janssen Forums dem Thema "Präzisionsmedizin". Die wichtigsten Punkten der Diskussion finden Sie hier zusammengefasst.

 

Das 20. Janssen Forum Ende Jänner in Wien widmete sich dem Zukunftsthema „Präzisionsmedizin“. 
 
Keynote und Präsentationen
Die Keynote und Präsentationen hielten vier Vertreter der Medizinischen Universität Wien, der Hämato-Onkologe Univ.-Prof. Dr. Ulrich Jäger, Univ.-Prof. Dr. Christoph J. Binder, der Pathologe Univ.-Prof. Dr. Leonhard Müllauer sowie der Radiologe Priv.-Doz. Dr. Marius Erik Mayerhöfer, die Einblicke in den aktuellen Forschungs- und Entwicklungsstand aus verschiedenen Blickwinkeln gaben. An der Medizinischen Universität Wien entsteht derzeit ein Zentrum für Präzisionsmedizin.

Integrierte Tumorboards für Präzisionsmedizin
Die Sprecher betonten die Bedeutung integrierter Tumorboards mit verschiedenen Expertisen für die Präzisionsmedizin und die Notwendigkeit hoher Rechnerkapazitäten und Bioinformatik für die Datenanalyse und -auswertung. Präzisionsmedizin erfordere die Konzentration von Ressourcen und die Vernetzung kleinerer Spitäler mit großen Kliniken sowie einen Schulterschluss zwischen Industrie, Academia und Spitalserhaltern, um die Forschung gemeinsam voranzutreiben. Unterstrichen wurde auch, dass sich die Präzisionsmedizin wohl am Boden der evidenzbasierten Medizin bewege, jedoch ein neues Vorgehen erforderlich sei, da in vielen Fällen off-label Medikation eingesetzt werde. Dank molekularer Diagnostik würden Patienten in Sub-Gruppen unterteilt und erhielten maßgeschneiderte Therapien, was unwirksame teure Behandlungen ersparen würde, nicht nur in der Onkologie, sondern auch bei chronisch-entzündlichen Krankheiten, Rheuma, Infektions- oder auch psychische Krankheiten.

Diskussion zu Ethik, IT/AI und Finanzierung 
Die anschließende Diskussion fokussierte unter anderem auf die Themen Ethik, IT/AI und Finanzierung. Entwicklung und Translation seien in der Präzisionsmedizin derzeit sehr schnell und Kostenabschätzungen damit schwierig. Wenn man Patienten teure Therapien in der Erstlinie gäbe und sie so früher wieder in den Arbeitsprozess bringe, könne Präzisionsmedizin durchaus Umwegrentabilität schaffen. Wichtig sei jedenfalls, die Bevölkerung ins Thema Präzisionsmedizin zu involvieren und mittels Storytelling die Vorteile zu illustrieren. Das ambitionierte Ziel muss Disease Interception sein. In der Präzisionsmedizin müsse eine Balance zwischen Finanzierbarkeit und Treffsicherheit gefunden werden, gerechte Verteilung sowie die Schaffung entsprechender Versorgungsstrukturen seien wichtig, damit möglichst alle Patienten Zugang zu Präzisionsmedizin erhielten. Wenn eine flächendeckende Versorgung gewährleistet sei, so ein Sprecher, sei die Präzisionsmedizin ein Hoffnungsträger für Patienten.