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„Daten können Leben retten“: Andreas Gerber im ZEIT Special

„Daten können Leben retten“: Andreas Gerber im ZEIT Special

02. Juni 2021

Was lernen wir aus der aktuellen Corona-Pandemie? Andreas Gerber nennt im aktuellen ZEIT Special Gesundheit & Volkskrankheiten vor allem zwei Aspekte. Der erste: Die Akteure im Gesundheitssystem sind flexibler und agiler als gedacht – und enorm kooperativ. Der zweite: Medizinische Innovation braucht Datentransparenz und den gleichberechtigten Zugang zu Daten. Die beispiellose Zusammenarbeit aller Beteiligten sowie der gleichberechtigte Zugang zu den verfügbaren Studiendaten sind für Gerber der Schlüssel für die Entwicklung gleich mehrerer wirksamer und sicherer Vakzine gegen COVID-19 in Rekordtempo. Beides möchte der Vorsitzende der Geschäftsführung des forschenden Pharmaunternehmens Janssen Deutschland beibehalten, um die Gesundheitsversorgung über die Pandemie hinaus zu verbessern.

 

Angezogene Handbremse statt Vollgas für die Patient:innen

Daten über den Gesundheitszustand der Patient:innen oder ihre Reaktion auf Therapien ermöglichen es Ärzt:innen, die individuell beste Behandlung zu wählen. Darüber hinaus können diese Informationen helfen, smarte personalisierte medizinische Innovationen zu entwickeln. „Leider", so Gerber, „können wir das Potenzial nicht im Ansatz ausschöpfen." Der Grund: Forschende Unternehmen haben bis heute kein Antragsrecht auf die Nutzung der im sogenannten Forschungsdatenzentrum gespeicherten Daten. Von der Nutzung der vorhandenen Daten zu Forschungszwecken sind sie damit faktisch ausgeschlossen. Das gilt auch für zukünftige Datenspenden im Rahmen der elektronischen Patientenakte (ePA): Ab 2023 haben Versicherte die Möglichkeit, ihre Gesundheitsdaten für die medizinische Forschung zur Verfügung zu stellen. Forschende Pharmaunternehmen wie Janssen werden diese Daten nach der heutigen Rechtslage jedoch nicht nutzen können, um medizinische Innovationen oder neue Therapieansätze zu entwickeln. Andreas Gerber bedauert das: „Wir wollen Vollgas für die Patient:innen geben – und sind gezwungen, mit angezogener Handbremse zu fahren!"

 

Medizinische Innovationen brauchen Datentransparenz, Datenräume und den gleichberechtigten
Zugang zu Gesundheitsdaten  

Je vernetzter Wissenschaftler:innen zusammenarbeiten und sich über Studienergebnisse und Daten austauschen, desto schneller gelingt es, neue bessere Therapien oder gänzlich neue Behandlungsansätze zu entwickeln, die die Gesundheit der Menschen schützen und dazu beitragen, die Lebensqualität von Patient:innen signifikant zu verbessern. Das gilt nicht nur für die Eindämmung einer weltweiten Pandemie, sondern auch für die Bekämpfung von Volkskrankheiten wie Krebs, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Das vollständige Interview im ZEIT Special Gesundheit & Volkskrankheiten lesen Sie hier: https://www.inpactmedia.com/medizin/gesundheit-volkskrankheiten/daten-koennen-leben-retten#4515