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Disease Interception

Disease Interception – Krankheiten erkennen und aufhalten, bevor klinische Symptome entstehen

Auch wenn wir Erkrankungen immer früher erkennen und immer individueller und präziser behandeln können, kommen wir bei progressiven Erkrankungen, die sich über einen längeren Zeitraum entwickeln, noch immer zu spät: Der Tumor hat sich gebildet oder das Gehirn ist, wie im Fall der Alzheimer-Demenz, irreversibel geschädigt. Dabei wissen wir aus der Forschung, dass zwischen dem Beginn des Krankheitsprozesses und dem Auftreten erster Symptome teilweise Jahre vergehen können, ohne dass die Betroffenen etwas bemerken. Das ist bei vielen Krebserkrankungen und z.B. bei der Alzheimer-Demenz der Fall. Wir bei Janssen sehen die realistische Chance, diese Erkrankungen aufzuhalten, bevor erste Symptome auftreten. Diesen Ansatz nennen wir Disease Interception.

Disease Interception ist ein neuer medizinischer Ansatz. Das Ziel ist, krankmachende Prozesse mithilfe validierter Biomarker frühzeitig zu entdecken und durch eine gezielte medikamentöse Intervention aufzuhalten, zu verzögern oder sogar umzukehren, bevor klinische Symptome entstehen. Disease Interception setzt voraus, dass Menschen, die aufgrund von Veranlagung oder Umwelteinflüssen einem erhöhten Erkrankungsrisiko ausgesetzt sind, frühzeitig identifiziert werden, z. B. im Rahmen von Routinekontrollen, die entsprechende Parameter erfassen. Für die Intervention steht damit das Zeitfenster zwischen dem Nachweis des krankmachenden Prozesses und dem Auftreten von Symptomen zur Verfügung, das sogenannte „Interception Window“.

Krank oder gesund – aber was ist dazwischen?

Unser heutiger Krankheitsbegriff ist eng mit dem Auftreten bestimmter Symptome verbunden. Seit Jahrhunderten unterscheiden wir zwischen gesund und krank. Dazwischen gibt es nichts. Sobald ein Mensch nicht mehr gesund ist, treten Symptome auf. Ab dann ist er Patient:in. Ein:e Ärzt:in stellt die entsprechende Diagnose und verordnet die passende Therapie.

Wir bei Janssen finden: Es ist Zeit, diese Praxis in Frage zu stellen. Wir konzentrieren uns auf das Zeitfenster zwischen „gesund“ und „krank“.

Andreas Gerber – Vorsitzender der Geschäftsführung von Janssen Deutschland

„Unser System ist heute so ausgelegt, dass wir uns dann um die Patient:innen kümmern, wenn ihre Erkrankung bereits mehr oder weniger fortgeschritten ist. Es wäre extrem sinnvoll, wenn wir bei diesen Erkrankungen viel früher intervenierten.“

Andreas Gerber

Vorsitzender der Geschäftsführung von Janssen Deutschland

Das therapeutisch relevante Zeitfenster nutzen

Beim Individuum ist durch validierte Biomarker (messbarer Indikator für Krankheitszustände) erkennbar, dass ein Krankheitsprozess begonnen hat, ohne dass sich zu diesem Zeitpunkt bereits klinische Symptome gebildet haben (präklinische Phase). Das Zeitfenster zwischen dem Nachweis des krankmachenden Prozesses und dem Auftreten von Symptomen steht damit für eine Intervention zur Verfügung. Dieses Zeitfenster nennen wir „Interception Window“. Das Ziel von Disease Interception ist die Gesundheit der Betroffenen zu erhalten, indem der Ausbruch der Erkrankung durch eine gezielte medikamentöse Intervention aufgehalten, verzögert oder sogar umgekehrt wird.

Die drei Phasen der Disease Interception

Mithilfe validierter Biomarker können bereits in der präklinischen Phase Betroffene identifiziert werden, die ein besonders hohes (genetisches) Risiko in sich tragen, eine bestimmte Erkrankung zu entwickeln.

Auf dieser Basis gilt es, das therapeutisch relevante Zeitfenster, das Interception Window, vor der klinischen Manifestation einer Erkrankung zu bestimmen und für eine gezielte (medikamentöse) Intervention zu nutzen.

Ziel der anschließenden Therapie ist es, den Krankheitsprozess zu stoppen, zu verzögern oder sogar umzukehren.

Diese drei Schritte spielen sich in der Phase zwischen „gesund“ und „krank“ ab. In dieser Phase haben sich noch keine klinischen Symptome (z.B. Tumore) gebildet. Sie wird deshalb als „präklinische“ Phase bezeichnet.

Prof Frank Jessen – Klinik für Psychiatrie, Universität Köln

„Krankheiten erkennen und aufhalten, bevor sie ausbrechen, ist eine faszinierende Vorstellung. Bisher werden Krankheiten in der Regel erst dann behandelt, wenn die Patient:innen Beschwerden haben, die Erkrankung also bereits ausgebrochen ist. Die Möglichkeit eine Erkrankung bereits in einem Stadium, in dem noch keine Krankheitssymptome auftreten, zielgenau zu therapieren, wäre ein Paradigmenwechsel in der Medizin.“

Univ.-Prof. Dr. med. Frank Jessen

Klinik für Psychiatrie, Universität Köln

Unsere Schwerpunkte

Wir bei Janssen erforschen die Möglichkeiten einer Disease Interception in verschiedenen Indikationen.

 

„In der Hämatoonkologie suchen wir nach Ansätzen, um den Übergang von einer schwelenden Knochenmarkserkrankung, dem sogenannten Smoldering Myelom, zum behandlungsbedürftigen Multiplen Myelom zu verhindern. In der Alzheimer-Forschung arbeiten wir daran, die Biomarker besser zu verstehen, um das dementielle Syndrom mit neuen Therapieoptionen hinauszuzögern. Und bei Typ-1-Diabetes wollen wir möglichst früh Hinweise auf eine Krankheitsentwicklung finden, um beispielsweise durch eine Immuntherapie zu intervenieren.“

Dr. med. Christoph Bug

Medizinischer Leiter und Mitglied der Geschäftsführung bei Janssen Deutschland

Mit geballter Kraft für die Forschung: der DI-Accelarator

Bei der Entwicklung erster Disease Interception-Therapien setzt Janssen auf Vernetzung und Zusammenarbeit. Zu diesem Zweck haben wir eine eigene strategische Forschungs- und Entwicklungseinheit gegründet: den Disease Interception Accelerator (DIA). Auf diesem Weg bauen wir weltweit Informationstechnologie auf, um die besten Köpfe, Ideen und Ansätze zu fördern. Zum DIA

Fachbuch Disease Interception

Disease Interception würde einen Paradigmenwechsel für Betroffene, Angehörige, aber auch für Ärzt:innen, Krankenkassen und die Organe der Selbstverwaltung bedeuten. Die damit verbundenen Fragen gehen weit über die Medizin hinaus. Damit Betroffene eines Tages von Disease Interception profitieren können, müssen diese Fragen beantwortet werden. Einen Beitrag zu der notwendigen gesellschaftlichen Debatte leistet das von Janssen unterstützte Fachbuch „Disease Interception – Implikationen einer frühen Diagnose und Krankheitsunterbrechung für Medizin und Gesellschaft“. Ärzt:innen, Ethiker:innen, Vertreter:innen von Patientenorganisationen, Gesundheitsökonom:innen, Vertreter:innen von Krankenkassen und Gesundheitspoliker:innen bewerten darin die Chancen und Herausforderungen von Disease Interception für den:die Einzelne:n und für die Gesellschaft.

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OPG Special „Disease Interception. Eine Vision wird Realität.“

Die Sonderausgabe des gesundheitspolitischen Informationsdienstes „Operation Gesundheit“ (OPG) leistet einen weiteren Beitrag zur aktuellen Debatte rund um die Chancen und Herausforderungen von Disease Interception für das Gesundheitssystem, die Gesellschaft und den:die Einzelne:n. Das Redaktionsteam um Herausgeberin Lisa Braun hat hierfür mit zahlreichen Expert:innen aus dem Gesundheitswesen über ihre Bewertung des Konzepts gesprochen. Andreas Gerber, Vorsitzender der Geschäftsführung von Janssen Deutschland, erläutert im Interview, warum Disease Interception einen Paradigmenwechsel für unser Gesundheitssystem bedeutet. Bezugnehmend auf den Titel des OPG Spezial betont er zudem, wie wichtig es ist, frühzeitig darüber zu diskutieren, wie es gelingen kann, dass Disease Interception eines Tages Realität wird und Betroffene Zugang zu den entsprechenden Therapien haben.

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Weitere Stimmen

Auch die Teilnehmer:innen des Janssen Open House 2019 haben intensiv über die Vor- und Nachteile von Disease Interception diskutiert. Hier geht’s zur Podiumsdiskussion:

Disease Interception auf einen Blick

Factsheet Disease Interception

EM-62901