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Ebolavirus

Ebola – Krankheitsbild, Symptome, Diagnose und Behandlung

Was ist Ebola?

Die Ebola-Viruskrankheit (EDV), früher als Ebolafieber bezeichnet, gehört zu den viralen hämorrhagischen (Blutungen auslösenden) Fiebererkrankungen (VHF).1-4 Ebola ist eine schwere Infektionskrankheit, die oft tödlich endet. 2,3 Sie tritt hauptsächlich in Afrika auf und befällt neben Menschen auch nicht menschliche Primaten (NHPs).1 Ausgelöst wird die Erkrankung durch eine Virusinfektion. Dafür kann eine ganze Gruppe von Viren innerhalb der Gattung des Ebolavirus verantwortlich sein. Festgestellt wurde das Virus erstmals 1976 in der Demokratischen Republik Kongo, nahe des Flusses Ebola. Bis heute ist ungeklärt, wo das Virus seinen Ursprung hat. Angenommen wird, dass das Virus lange vor dem ersten Ausbruch im Kongo existierte und verschiedene Faktoren die Verbreitung begünstigten.

Die meisten Ebola-Ausbrüche gab es bisher in Afrika.1 2014/2015 fielen dort mehr als 11.000 Menschen dem Virus zum Opfer. Während der Ebolafieber-Epidemie in Westafrika wurden auch vereinzelt Fälle in die USA und Europa „importiert“.3

Im Februar 2021 wurde vom jüngsten Ebola-Ausbruch in Nord-Kivu, einer Provinz der Demokratischen Republik Kongo, berichtet. Nach 3 Monaten und 11 bestätigten Fällen wurde der Ausbruch durch die WHO für beendet erklärt. 6 der Patient:innen verstarben an der Erkrankung.5

In Deutschland ist ein begründeter Verdacht auf eine Ebola-Infektion meldepflichtig.3

 

Ebolavirus: Übertragung, Ansteckung, Schutz

Das Virus wird von Wildtieren übertragen. Es verbreitet sich in der menschlichen Bevölkerung über den direkten Kontakt mit Blut, Sekreten oder anderen Körperflüssigkeiten.2,3 Auch über kontaminierte Oberflächen und Materialien, wie Nadeln, Operationsbesteck, Kleidung oder Bettwäsche, kann eine Übertragung stattfinden.2,3 Das Virus gelangt über verletzte Haut, Schleimhäute, Nase oder Mund in den Körper.1 Menschen mit Ebola sind erst ansteckend, wenn sie Krankheitssymptome zeigen. Je ausgeprägter die Symptome der Patient:innen sind, desto höher ist die von ihnen ausgehende Ansteckungsgefahr.3

Besonders gefährlich ist, dass das Virus in bestimmten Köperflüssigkeiten, wie beispielsweise Sperma, selbst nach der Genesung bestehen und ansteckend bleiben kann.1 Für eine Übertragung durch die Luft gibt es momentan keinen Hinweis.3

Eine Impfung gegen das Ebolavirus kann die Infektion verhindern. Der Impfschutz kann sogar dann bestehen, wenn Menschen dem Virus bereits ausgesetzt waren. Bei erkrankten Geimpften wurde in der Regel ein milder Krankheitsverlauf beobachtet.3

 

So äußert sich eine akute Ebola-Infektion: Ebola-Symptome

Auftreten können:3

  • Fieber
  • Unwohlsein
  • Müdigkeit
  • Gliederschmerzen

Nach 3-10 Tagen und im weiteren Verlauf hinzukommen können:3

  • Schmerzen im Oberbauch
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Rötung der Bindehaut
  • Kopf- und Brustschmerzen
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Schluckbeschwerden
  • innere und äußere Blutungen (Hämorrhagien)
  • Delirium und Atemnot

Im weiteren Verlauf der Krankheit kommt es häufig zum Organversagen der Ebola-Patient:innen. Eine Entzündung im Gehirn ist möglich und verschlechtert die Prognose. Schwere Krankheitsverläufe ähneln dem einer Blutvergiftung. Die Todesursache der Patient:innen ist meistens Herzversagen.6

In Einzelfällen kann nach Genesung ein Post-Ebola-Syndrom mit verschiedenartigen Symptomen auftreten. Das können z.B. Muskel- und Gelenkschmerzen sein.3 Viele Überlebende berichten außerdem von starken Einschränkungen in Kognition, Sehvermögen und Mobilität.7 Einige Patient:innen hatten auch neurologische und psychiatrische Symptome, wie psychotische Zustände, epileptische Anfälle oder Verwirrtheit und Halluzinationen. Die durch das zentrale Nervensystem bedingten Symptome entwickeln sich teilweise mit einer deutlichen Verzögerung, wie einige Ärzte-Teams berichten.8

 

Ebola erkennen: Diagnose der Viruskrankheit

Die ersten Symptome sind unspezifisch und können einer Grippe ähneln. Die Diagnose erfolgt daher über einen PCR (polymerase chain reaction)-Test. Zur Bestätigung kann ein Antigen- und Antikörper-Nachweis oder die Virusisolierung in Zellkultur dienen. Der Nachweis gelingt jedoch erst am dritten Tag nach Beginn der Symptome. Bei den Patient:innen sollte eine Infektion mit dem Malariaerreger zuvor ausgeschlossen werden.3

 

Leben mit Ebola: Inkubationszeit, Krankheitsverlauf, Behandlung, Prävention

In der Regel vergehen zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit 2-21 Tage, im Mittel 8-9 Tage.6 In vielen Fällen verläuft die Ebola-Viruskrankheit tödlich. Die Sterblichkeitsrate schwankte bei den bisherigen Ausbrüchen zwischen 25 % und 90 %.2

Lange erfolgte die Therapie ausschließlich über die Behandlung der Symptome. Dabei wurde vor allem der Flüssigkeits-, Elektrolyt- und Glukosehaushalt der Ebola-Patient:innen stabil gehalten. Mittlerweile gibt es auch Antikörper-Therapien zur Bekämpfung dieser Erkrankung. Zudem sind in der Europäischen Union Impfstoff-Regime zur Prävention zugelassen.

 

Häufige Fragen zum Ebolavirus:

Wie hoch ist das Risiko, sich bei Ebola-Erkrankten anzustecken?

Für ungeimpfte Personen besteht eine sehr hohe Ansteckungsgefahr bei direktem Kontakt mit Körperflüssigkeiten und -ausscheidungen von Ebola-Patient:innen und -Verstorbenen. Konkret bezieht sich das zum Beispiel auf Blut, Speichel, Schweiß, Urin, Stuhl und Erbrochenes. Deshalb ist es sehr wichtig, bei Pflege oder Behandlung der Ebola-Patient:innen ausreichende Schutzmaßnahmen zu treffen.3

 

Wer ist besonders gefährdet, sich mit Ebolafieber anzustecken?

Ungeimpfte Menschen sind besonders gefährdet, sich mit dem Virus zu infizieren, wenn sie direkten ungeschützten Kontakt mit Ebola-Patient:innen bzw. -Verstorbenen haben. Bei direktem Kontakt mit Körperflüssigkeiten und -Ausscheidungen der Patient:innen besteht ebenfalls die Gefahr, sich mit dem gefährlichem Ebola-Virus anzustecken. Somit sind neben medizinischem Personal vor allem pflegende Familienangehörige und Bestattungspersonal gefährdet, wenn nicht ausreichend Schutzmaßnahmen getroffen sind.3

 

Besteht die Gefahr, dass Ebolafieber in Deutschland auftritt?

Natürlicherweise tritt das Virus in Deutschland nicht auf. Selbst wenn afrikanische Großstädte mit internationalen Flugverbindungen von einem Ebola-Ausbruch betroffen sind, ist das Risiko der Einreise eines Ebolavirus-Infizierten sehr gering. Das zeigte die Erfahrung mit dem Ebola-Ausbruch 2014/2015 in Westafrika. Wenn im Einzelfall eine infizierte Person nach Deutschland einreisen würde, wäre eine Weiterverbreitung des Virus in der Bevölkerung unwahrscheinlich. Es kann praktisch ausgeschlossen werden, dass sich das Virus weiter verbreitet, wenn Infektionsketten effektiv durchbrochen und Ebola-Patient:innen schnell versorgt werden.3

 

Warum ist Ebola so gefährlich?

Bei Ebola-Patient:innen treten häufig schwere innere und äußere Blutungen auf. Zusätzlich können ihre Organe versagen und eine mögliche Entzündung des Gehirns auftreten. Infolgedessen versagt häufig das Herz der Patient:innen, was zum Tod führt.6 Das Virus ist jedoch nicht nur für Ebola-Patient:innen eine Gefahr. Das hohe Ansteckungsrisiko bei direktem Kontakt mit Ebola-Patient:innen und ihren Körperflüssigkeiten gefährdet zusätzlich ungeimpftes Pflegepersonal.3 Weitere Infos zum Thema Übertragung, Ansteckung und Schutz finden Sie hier.

 

Wo tritt Ebola vornehmlich auf?

Bisher trat Ebola ausschließlich in Afrika südlich der Sahara auf.3

 

Welche Tiere übertragen Ebola?

Infizierte Wildtiere können Ebola übertragen. Flughunde, Fledermäuse und Primaten werden als Wirte für das Ebolavirus vermutet.3 Hinweise auf die Übertragung von infizierten Haustieren auf ihre Besitzer:innen gibt es bisher nicht.3 Weitere Infos zum Thema Übertragung, Ansteckung und Schutz finden Sie hier.

 

Welche Ursachen hat Ebola?

Die Erkrankung wird durch das Ebolavirus verursacht. Die Gattung gehört zur Familie der sogenannten Filoviren und wird in 5 Spezies unterteilt: Zaire, Sudan, Taï Forest, Bundibugyo und Reston. Das Zaire-Ebolavirus hat den großen Ausbruch 2014/2015 in Westafrika verursacht. Es ist außerdem für den jüngsten Ausbruch im Februar 2021 im Osten der Demokratischen Republik Kongo verantwortlich.3

 

Weitere Informationen zu Ebola:

Das Robert Koch-Institut stellt auf seiner Webseite ausführliche Informationen zum Ebolafieber bereit und liefert alle wichtigen Fakten zu der Viruserkrankung - von der Ansteckung über die Diagnose bis hin zur, Prävention, Therapie und Heilung.

RKI

Fakten, häufig gestellte Fragen und ihre Antworten, sowie Informationen zu aktuellen Ebola-Ausbrüchen finden Sie auf der Seite der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

WHO