Skip to main content

Suche

Morbus Castleman

Morbus Castleman

Was ist Morbus Castleman?

Morbus Castleman ist eine extrem seltene und schwere Erkrankung der Lymphknoten sowie des umliegenden Gewebes. Die genaue Ursache für die Entstehung von Morbus Castleman ist nicht abschließend geklärt. Man nimmt an, dass der Botenstoff Interleukin-6 für seine Entwicklung entscheidend ist. Interleukine werden von körpereigenen Abwehrzellen (Leukozyten und Makrophagen) abgesondert. Sie regulieren das Immunsystem. Patienten, die sich mit HIV infiziert haben, tragen ein erhöhtes Risiko, an einem Morbus Castleman zu erkranken. Das liegt daran, dass viele HIV-positive Patienten ebenfalls mit dem humanen Herpesvirus 8 infiziert sind und ihr geschwächtes Immunsystem dieses Virus nicht unter Kontrolle halten kann. Das Virus produziert eine Substanz, die dem Interleukin-6 ähnlich ist und die gleiche Wirkung entfaltet.

Es gibt klinisch zwei Varianten der Castleman-Erkrankung, die sich in Ausbreitung und Therapie stark unterscheiden:

  • Der Unizentrische Morbus Castleman betrifft nur einen einzelnen Bereich oder eine einzelne Gruppe von Lymphknoten. Sie ist die häufigste Form des Morbus Castleman, oft asymptomatisch und durch lokale chirurgische Therapie behandelbar
  • Der Multizentrische Morbus Castleman betrifft mehr als einen Bereich im Körper oder eine Gruppe von Lymphknoten. Der tritt seltener auf, ist allerdings deutlich aggressiver. Er geht häufig mit folgenden Symptomen einher: Fieber, Nachtschweiß, Müdigkeit, Gewichtsverlust und Organvergrößerungen. Er kann auch mit einer Reihe von Laborveränderungen vergesellschaftet sein wie u.a. einer Störung der Blutplättchen, Anämie oder einer Erhöhung der weißen Blutkörperchen und kann zu einer schweren Störung der gesamten Blutbildung und einem Organversagen führen.

Morbus Castleman ist extrem selten: Experten gehen davon aus, dass weniger als einer von 100.000 Menschen pro Jahr daran erkrankt. Eine verlässliche Erhebung existiert nicht. Die Erkrankung wurde erstmals im Jahr 1954 von Dr. Benjamin Castleman beschrieben.

So äußert sich Morbus Castleman: Symptome

Die folgenden Symptome können auf eine Erkrankung mit Morbus Castleman hindeuten:

  • tastbare oder sichtbare und häufig schmerzende Lymphknoten-Schwellung
  • schmerzhafte Vergrößerung von Organen wie der Milz oder der Leber
  • Fieber
  • Nachtschweiß
  • Gewichtsverlust

Diese Anzeichen sprechen nicht zwingend für eine Erkrankung an einem Morbus Castleman. Sie können darüber hinaus sowohl bei Lymphomerkrankungen als auch bei anderen Erkrankungen auftreten. Deshalb ist es notwendig, einen Arzt für eine eindeutige Diagnosestellung aufzusuchen.

Morbus Castleman erkennen: Diagnose

Die Diagnose von Morbus Castleman ist schwierig, da die Symptome recht unspezifisch sind. Für eine eindeutige Diagnose ist es deshalb wichtig, dass der Patient die Merkmale eines Morbus Castleman aufweist und dabei andere Infektionen, Autoimmunerkrankungen sowie andere bösartige Erkrankungen ausgeschlossen werden können. Ein wesentlicher Bestandteil der Diagnose ist die Laboruntersuchung, bei der ein im Schub erhöhter Interleukin-6-Spiegel sowie erhöhte Entzündungswerte auffallen können. Außerdem dient die Laboruntersuchung auch dazu, andere Erkrankungen auszuschließen. Um zu sehen, wie viele Lymphknoten befallen sind, werden bildgebende Verfahren wie Ultraschall und Computertomographie eingesetzt. So können die unizentrische und die multizentrische Variante der Erkrankung voneinander abgegrenzt werden.

Leben mit Morbus Castleman: Behandlung und Verlauf

Der Unizentrische Morbus Castleman kann durch einen operativen Eingriff, bei dem der befallene Lymphknoten entfernt wird, gut therapiert werden. Dadurch kann die Krankheit mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit geheilt werden. Falls eine Operation nicht möglich ist, bietet die Strahlentherapie eine Alternative.

Da bei der Multizentrischen Castleman-Erkrankung viele Lymphknoten betroffen sind, ist ein operativer Eingriff nicht erfolgversprechend. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten wie Chemotherapie und zielgerichtete Therapien. Der Multizentrische Morbus Castleman weist aber im Vergleich zur unizentrischen Variante, insbesondere bei Patienten, die zusätzlich HIV-infiziert sind, eine schlechtere Prognose auf.

Häufige Fragen

  1. Ist die Erkrankung ansteckend?
    Die genaue Ursache für die Entstehung von Morbus Castleman ist nicht abschließend geklärt.

 

Unsere Angebote für Patienten

Krebsratgeber mit Informationen zur Vorsorge und unterschiedlichen Krankheitsbildern sowie zum Leben mit Krebs und zur Suche nach einem Arzt in der Umgebung
Krebsratgeber

 

Die Informationen, die wir Patienten zur Verfügung stellen, können einen Arztbesuch nicht ersetzen. Zudem können wir aus gesetzlichen Gründen Patienten und sonstigen Laien im Sinne des Heilmittelwerberechts (§ 10 HWG) keine werblichen Informationen über verschreibungspflichtige Medikamente bereitstellen.