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Morbus Crohn & Colitis ulcerosa

Morbus Crohn & Colitis ulcerosa

Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa zählen zur Gruppe der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) und gelten derzeit als nicht heilbar. Sie treten beide in akuten Schüben auf, die unterschiedlich schwer sein können und sich mit krankheitsfreien Phasen abwechseln.

In Österreich sind etwa 30.000 bis 50.000 Personen von einer der beiden Erkrankungen betroffen. Beide weisen eine Prävalenz von 200 bis 300 Fällen pro 100.000 Einwohner auf. Etwa 800 bis 1.000 Menschen erkranken pro Jahr neu1.

Bei Morbus Crohn kann die Entzündung den gesamten Verdauungstrakt betreffen. Am häufigsten tritt sie im Übergangsbereich von Dünn- zu Dickdarm auf. Dabei können alle Schichten der Darmwand entzündet sein. Direkt neben diesen entzündeten Darmabschnitten können unveränderte Bereiche liegen. Betroffene leiden unter Durchfällen, Bauchschmerzen, Fieber und Gewichtsverlust. Es kann zu Engstellen, den so genannten Stenosen, im Darm kommen und es können Fisteln, also entzündliche Gangbildungen, entstehen. Auch sogenannte extraintestinale Manifestationen wie z.B. Entzündungen der Augen, der Haut, der Leber oder der Gelenke sind möglich. Die Schwere der Krankheit variiert. Manche Patienten erleben lange krankheitsfreie Phasen (Remission) zwischen den Schüben, andere wiederum leiden unter häufigen und schweren Schüben mit Stenosierung und Fistelbildung.

Bei Colitis ulcerosa können entweder nur der Mastdarm, Teile des Dickdarms oder auch der gesamte Dickdarm befallen sein. Die Entzündung ist dabei – anders als beim Morbus Crohn, bei dem die Entzündung alle Schichten der Darmwand betrifft – auf die Darmschleimhaut beschränkt. Die betroffenen Bereiche sind von sogenannten Entzündungszellen übersät. Die Beschwerden, an denen Colitis ulcerosa-Patienten leiden, sind sehr unterschiedlich. Am Anfang der Erkrankung sind es vielleicht nur unspezifische Symptome im Magen-Darm-Bereich, die unbedenklich zu sein scheinen. Treten sie jedoch häufiger und mit zunehmender Intensität auf, kann es sich bei ihnen auch um ernstzunehmende Signale der Colitis ulcerosa handeln. Das Leitsymptom bei der Colitis ulcerosa ist der schleimig-blutige Durchfall. Daneben treten auch Leistungsabfall und Müdigkeit auf. Appetit- und Gewichtsverlust sind zusätzliche allgemeine Krankheitszeichen.

Beide chronisch entzündliche Darmerkrankungen gelten derzeit als nicht heilbar. Akute Schübe sind jedoch durch eine medikamentöse Symptomtherapie, die die Entzündung unter Kontrolle hält, zumeist gut in den Griff zu bekommen. Im Mittelpunkt der Behandlung steht, Symptome wie zum Beispiel Durchfall oder Bauchschmerzen zu reduzieren, die Entzündung langfristig einzudämmen und die Lebensqualität der Patienten durch die Verlängerung beschwerdefreier Phasen zu verbessern.

Behandlung
Links & Adressen

Die Behandlung von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Heute ist in vielen Fällen eine Krankheitskontrolle mit am Markt befindlichen Arzneimitteln gut möglich. Hauptziel der Therapie ist, die Entzündung bei Schüben unter Kontrolle zu bringen und eine möglichst lange krankheitsfreie Zeit zu erreichen.

Behandelt werden beide Erkrankungen mit verschiedenen Arzneimitteln, die – je nach Ort und Schweregrad der Entzündung – gemeinsam haben, dass sie das Entzündungsgeschehen auf unterschiedliche Art und Weise hemmen:

  • Bei Morbus-Crohn-Betroffenen werden bei schweren Krankheitsschüben Arzneimittel eingesetzt, die das Immunsystem modulieren. Für besondere, schwere Krankheitssituationen stehen Biologika zur Verfügung. Diese werden mithilfe gentechnischer Verfahren biotechnologisch hergestellt, wirken gezielt und ermöglichen es den Betroffenen, ein nahezu beschwerdefreies Leben zu führen. Es gibt sowohl Biologika, die per Infusion verabreicht werden, als auch solche, die unter die Haut gespritzt werden. Biologika werden in der Regel eingesetzt, wenn andere Therapieformen nicht wirken oder nicht in Frage kommen.
  • Auch für die Behandlung von Colitis ulcerosa stehen heute verschiedene Medikamente in unterschiedlichen Darreichungsformen zur Verfügung, denen das Behandlungsziel der Entzündungshemmung gemeinsam ist. Die typischen Krankheitssymptome lassen sich dadurch in der Regel rasch lindern und meist gut unter Kontrolle halten; manchmal ist aber auch ein operativer Eingriff erforderlich.
  1. Petritsch W, Fuchs S, Berghold A, et al. Incidence of inflammatory bowel disease in the province of Styria, Austria, from 1997 to 2007: a population-based study. J Crohns Colitis 2013; 7: 58–69.
 
AT_CP-217928_15Mar2021