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HIV/AIDS

HIV/AIDS – Krankheit, Symptome, Diagnose und Behandlung

Was ist HIV/Aids?

Die Abkürzung Aids steht für „Acquired Immune Deficiency Syndrome“, also erworbenes Abwehrschwäche-Syndrom. Aids ist eine Krankheit, die durch das Human Immunodeficiency Virus (Menschliches Immunschwäche-Virus, abgekürzt HIV) verursacht wird. HIV schädigt die körpereigenen Abwehrkräfte. Ausgelöst durch die geschwächte Abwehr ist der Körper der HIV-infizierten Patienten anfällig für zum Teil lebensbedrohliche Erkrankungen, beispielsweise schwere Formen der Lungenentzündung, ausgedehnten Pilzbefall oder Tuberkulose. Erst in diesem Stadium spricht man dann von Aids.1 Eine HIV-Infektion kann nicht geheilt, aber mittlerweile gut behandelt werden.2 Laut Schätzungen von UNAIDS, einem Projekt der Vereinten Nationen, das Aktivitäten zur Bekämpfung der Krankheit koordiniert, lebten 2019 weltweit über 38 Millionen Menschen mit HIV.5 Von ihnen haben nur etwa 67 % Zugang zu HIV-Medikamenten.3

So äußert sich eine akute HIV-Infektion: Symptome

Häufige Symptome, die mit einer HIV-Infektion einher gehen können:1,4,6

  • Lymphknotenschwellungen
  • Nachtschweiß
  • Hautveränderungen
  • Pilzerkrankungen

Die akute Infektion wird jedoch häufig nicht erkannt, da oft andere virale Erkrankungen („Grippe“) für die Symptome verantwortlich gemacht werden.7

Eine frühe Diagnose hat aus mehreren Gründen große Bedeutung: So werden wahrscheinlich etwa 50 % aller Neuinfektionen durch frisch infizierte Patienten verursacht.7

HIV erkennen: Diagnose

Ob eine Infektion mit dem HI-Virus vorliegt, lässt sich mit einem HIV-Test herausfinden. Die heute üblichen Testverfahren weisen HIV-Antikörper im Blut nach, also bestimmte Proteine, die das Immunsystem selbst als Abwehrreaktion auf die Viren bildet.4

Leben mit HIV: Behandlung und Verlauf

Der Krankheitsverlauf ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Infiziert sich ein Mensch mit dem HI-Virus, führt das heute nicht mehr zwangsläufig zu Aids. Früh eingesetzt, können Medikamente das Auftreten von Aids verhindern. Allerdings macht sich das Virus in den ersten Monaten oder Jahren oft kaum oder gar nicht bemerkbar. Viele Menschen, die es in sich tragen, erfahren deshalb erst dann von ihrer HIV-Infektion, wenn sie schwer krank werden. Wird dies nicht mit Medikamenten behandelt, können Patienten Lungenentzündungen und auch bestimmte Krebsarten entwickeln.

Die Krankheit ist bislang nicht heilbar. Wird sie jedoch frühzeitig erkannt und konsequent behandelt, muss eine HIV-Infektion heute nicht mehr tödlich enden. Die Erkrankung wird in der Regel mit einer Kombinationstherapie behandelt: Mehrere Medikamente sollen das Virus davon abhalten, sich zu vermehren. Das wichtigste Ziel der Therapie ist es, das Leben der Erkrankten bei möglichst guter Gesundheit zu verlängern.1,2

Häufige Fragen zu HIV/AIDS

1. Ist Aids/HIV heilbar?

Nein, die Krankheit ist nicht heilbar. Wird sie frühzeitig erkannt und behandelt, haben HIV-Patienten jedoch nahezu die gleiche Lebenserwartung wie Menschen ohne HIV-Infektion.1

2. Wie überträgt sich Aids/HIV?

HIV ist im Vergleich zu anderen Viruserkrankungen relativ schwer übertragbar. Die Übertragung erfolgt über infektiöse Körperflüssigkeiten wie Blut oder Sperma. Am häufigsten wird HIV beim ungeschützten Geschlechtsverkehr weitergegeben oder durch die gemeinsame Benutzung von Spritzen beim Drogenkonsum1. Eine HIV-infizierte Person gibt das Virus nicht weiter, wenn die folgenden drei Bedingungen erfüllt sind:2

  • Die antiretrovirale Therapie (ART) wird eingehalten und durch den behandelnden Arzt überwacht.
  • Die Viruslast liegt seit mindestens sechs Monaten unter der Nachweisgrenze
  • Es bestehen keine Infektionen mit anderen sexuell übertragbaren Erregern.

3. Kann HIV durch Küssen oder Speichel übertragen werden?

HIV ist im Alltag nicht übertragbar. Beim Küssen oder sonstigen Speichelaustauschs durch z.B. Anhusten besteht keine Gefahr der Ansteckung.1

4. Kann sich Aids auf ein ungeborenes Kind übertragen?

Die HIV-Infektion des Neugeborenen ist in Westeuropa seit der Einführung der antiretroviralen Transmissionsprophylaxe selten geworden. Heute beträgt die perinatale HIV-Transmissionsrate in Europa nur noch weniger als 1 %.6 Voraussetzungen für sicheres Stillen sind nach den Deutsch-Österreichischen Leitlinien vor allem eine nicht nachweisbare Viruslast (idealerweise in der gesamten Schwangerschaft, mindestens aber bei den beiden letzten Messungen vor der Geburt), die regelmäßige Einnahme der HIV-Medikamente sowie die Bereitschaft, die Viruslast von Mutter und Kind regelmäßig zu überprüfen.8

Unsere Angebote für HIV/AIDS-Patienten

Die Online-Plattform MyMicroMacro für HIV-Patienten und Angehörige bietet ein individuelles Angebot an Informationen rund um das Thema HIV/AIDS und gibt schnelle und einfache Antworten auf persönliche Fragen. In einem Expertenforum werden hilfreiche Tipps gegeben und mit dem Adressfinder wichtige Kontakte zur Verfügung gestellt.
MYMICROMACRO

HIV/AIDS Patienten erzählen ihre persönliche Geschichte – von der Diagnose Aids/HIV bis hin zu ihrem alltäglichen Leben mit der Krankheit – und gewähren damit Einblicke, die Hoffnung machen.
EIN JA KANN

Weitere Informationen

Auf der Website der Deutschen AIDS-Hilfe e.V. wird über HIV/AIDS aufgeklärt und Bedrohte und Betroffene bei der Selbsthilfe unterstützt.
DEUTSCHE AIDS-HILFE

Ein Überblick über die Beratungsangebote der Deutschen AIDS-Hilfe e.V. ermöglicht betroffenen und bedrohten Personen schnelle Hilfe durch professionelle Kontakte.
BERATUNGSANGEBOTE

Die Kampagne LIEBESLEBEN ist eine Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA). Sie zeichnet sich durch einen offenen Umgang mit Themen rund um das LIEBESLEBEN sowie gut verständliche und übersichtliche Informationen über sexuelle Gesundheit aus.
LIEBESLEBEN

Auf der Website der Stiftung Akademie Waldschlösschen sind eine Vielzahl an hilfreichen Informationsveranstaltungen für Betroffene zum Thema HIV zu finden.
AKADEMIE WALDSCHLÖSSCHEN

Informationen direkt von Betroffenen zu aktuellen wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Themen werden speziell für Betroffene bereitgestellt. Der Austausch zwischen Betroffenen, wie Patienten, Familie, Ärzte, soll unterstützen und eigenverantwortliche Entscheidungen ermöglichen.
PROJEKT INFORMATION E.V.

UNAIDS ist ein Projekt der Vereinten Nationen, das Aktivitäten zur Bekämpfung der Krankheit koordiniert und auf seiner Webseite ausführlich über HIV/AIDS informiert und Hilfsangebote bereitstellt.
UNAIDS

Die Informationen, die wir Patienten zur Verfügung stellen, können einen Arztbesuch nicht ersetzen. Zudem können wir aus gesetzlichen Gründen Patienten und sonstigen Laien im Sinne des Heilmittelwerberechts (§ 10 HWG) keine werblichen Informationen über verschreibungspflichtige Medikamente bereitstellen.