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Prostatakrebs

Prostatakrebs

Was ist Prostatakrebs?

Beim Prostatakrebs, auch Prostatakarzinom genannt, handelt es sich um einen bösartigen Tumor der Vorsteherdrüse des Mannes, dem eine Entartung des Prostatagewebes zugrunde liegt. Obwohl das Prostatakarzinom oft früh erkannt wird und teils nur langsam voranschreitet, kann es im Krankheitsverlauf auch zur Bildung von Tochtergeschwulsten (Metastasen) in Knochen, Lymphknoten und anderen Geweben kommen. Die Zahl der Patienten war in der Vergangenheit zunächst steigend, blieb in den letzten beiden Jahrzehnten jedoch konstant.1 Der Anstieg liegt zum einen am Einsatz neuer Methoden zur Früherkennung, durch die mehr Prostatakarzinome entdeckt werden, zum anderen aber auch an der allgemein gestiegenen Lebenserwartung. Der in den letzten Jahren konstante Verlauf wird auf den wieder nachlassenden Einsatz von Früherkennungsmethoden zurückgeführt.1

Vor dem 50. Lebensjahr ist Prostatakrebs selten – die meisten Männer erkranken mit etwa 70 Jahren.1 Prostatakrebs ist in Deutschland die häufigste Krebserkrankung und die zweithäufigste Krebstodesursache bei Männern, obwohl sie bei frühzeitiger Diagnose gut zu behandeln ist.1

So äußert sich Prostatakrebs: Symptome

Da es keine typischen Symptome gibt, die frühzeitig auf einen bösartigen Prostatatumor hinweisen, bemerken die Betroffenen in der Regel zunächst nichts. Beschwerden treten meist erst auf, wenn das Geschwulst so groß geworden ist, dass es auf benachbarte Strukturen wie die Harnröhre übergreift.

Zu möglichen Symptomen gehören:2

  • Vermehrter Harndrang, insbesondere nachts
  • Probleme beim Urinieren
  • Schmerzhafte Ejakulation

Diese Beeinträchtigungen sind jedoch nicht spezifisch und können zum Beispiel auch auf eine gutartige Prostatavergrößerung hinweisen.2 Beschwerden können auch dann auftreten, wenn sich Tochtergeschwülste (Metastasen) außerhalb der Prostata gebildet haben und dort Schmerzen verursachen. Zur Klärung sollte immer ein Arzt zu Rate gezogen werden, der durch unterschiedliche Diagnoseverfahren die vorliegende Erkrankung feststellen und die richtige Therapie einleiten kann.

Prostatakrebs erkennen: Diagnose

Gibt es Hinweise darauf, dass ein Mann an Prostatakrebs erkrankt sein könnte, kommen verschiedene Untersuchungsmethoden zum Einsatz.3 Bei der Tastuntersuchung (digital-rektale Untersuchung) tastet der Arzt die Prostata vom Enddarm aus mit dem Finger ab. Eine weitere Maßnahme ist die Bestimmung des PSA-Wertes im Blut. PSA steht für prostataspezifisches Antigen, einen Eiweißstoff, der in der Prostata gebildet wird und normalerweise nur in sehr geringen Mengen im Blut vorhanden ist. Ein hoher PSA-Wert kann auf ein Prostatakarzinom, aber auch auf andere Erkrankungen hinweisen. Weitere Diagnosemethoden sind die Ultraschalluntersuchung der Prostata vom Enddarm aus und – bei weiterhin bestehendem Verdacht auf eine Krebserkrankung – die Analyse von Gewebeproben (Biopsien).3

Wurde ein Prostatakarzinom festgestellt, können weitere bildgebende Verfahren zum Einsatz kommen, beispielsweise die Knochenszintigraphie.3 Durch sie lässt sich feststellen, ob der Tumor schon Metastasen im Körper gebildet hat, die sich häufig zunächst in den Knochen absiedeln. Außerdem schätzt der Arzt anhand der feingeweblichen (histologischen) Untersuchung der Gewebeprobe und anderer Faktoren ein, wie aggressiv der Tumor und – damit verbunden – wie hoch das Risiko ist, dass dieser wachsen oder sich in andere Organe ausbreiten könnte. Von der Einschätzung und dem Krankheitsstadium hängt die Therapie ab.3

Der Prostatakrebs wird in etwa zwei Drittel der Fälle in einem frühen Stadium erkannt, in dem die Prognose gut ist. So überleben knapp 90% der Männer mit Prostatakrebs mindestens fünf Jahre.1

In Abhängigkeit von der Ausdehnung des Tumors, der mutmaßlichen Lebenserwartung des Patienten und dem Patientenwunsch stehen für das früh erkannte Prostatakarzinom verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung: Die aktive Überwachung, das abwartende Beobachten, die Strahlentherapie oder die operative Entfernung der Prostata.3 Weitere Therapieverfahren kommen zum Einsatz, wenn der Tumor bereits umgebendes Gewebe befallen und/oder Tochtergeschwülste (Metastasen) in Lymphknoten und anderen Organen gebildet hat.3

Besteht ein erhöhtes Risiko, dass der Tumor nach der Operation beziehungsweise Bestrahlung wiederkehrt – etwa wenn der Tumor schon über die Prostata hinausgewachsen ist – erfolgt zum Bespiel in bestimmten Fällen zusätzlich eine Hormonentzugstherapie.3 Diese unterdrückt die Wirkung des männlichen Sexualhormons Testosteron im Körper, welches das Wachstum von Prostatakrebs begünstigt. Der Hormonentzug ist auch die Standardtherapie im weiter fortgeschrittenen Stadium, in dem sich bereits Fernmetastasen gebildet haben und lokale Methoden wie Operation oder Strahlentherapie zur Therapie nicht mehr ausreichen. In diesem Stadium besteht in der Chemotherapie eine zusätzliche Therapieoption.4

Häufige Fragen

1. Ist Prostatakrebs vererbbar?

Prostatakrebs ist keine Erbkrankheit im klassischen Sinne. Dennoch gibt es Hinweise darauf, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen können. Männer, deren Brüder oder Väter an einem Prostatakarzinom erkrankt sind, haben ein erhöhtes Risiko im Laufe Ihres Lebens zu erkranken.5

2. Welche Risikofaktoren gibt es?

Das Alter ist der wichtigste Risikofaktor für Prostatakrebs. Während das Risiko für einen 35-jährigen Mann, in den nächsten 10 Jahren zu erkranken, unter 0,1% liegt, beträgt das Risiko eines 75-jährigen Mannes etwa 5%.1

3. Ab welchem Alter ist eine Vorsorgeuntersuchung sinnvoll?

Diese Frage wird unter Medizinern kontrovers diskutiert. Entscheidet sich ein Mann für Maßnahmen zur Früherkennung von Prostatakrebs, empfehlen Ärzte ihm ab 45 Jahren (bei familiärer Belastung ab 40 Jahren) eine Tastuntersuchung sowie bei entsprechendem Wunsch die Bestimmung des PSA-Werts.5

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Weitere Informationen

Bereich zum Prostatakrebs auf der Website der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.
Krebsgesellschaft

Patientenratgeber Prostatakrebs der Stiftung Deutsche Krebshilfe
Krebshilfe

Bereich zum Prostatakrebs auf der Website des Deutschen Krebsinformationsdienstes
Krebsinformationsdienst

Angaben zur Häufigkeit von Prostatakrebs in Deutschland vom Zentrum für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut
Krebsregisterdaten

Website des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe, einem Zusammenschluss von Prostatakrebs-Selbsthilfegruppen in Deutschland
Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe

Bereich Krebsfrüherkennung auf dem Männergesundheitsportal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA)
BzgA

 

Die Informationen, die wir Patienten zur Verfügung stellen, können einen Arztbesuch nicht ersetzen. Zudem können wir aus gesetzlichen Gründen Patienten und sonstigen Laien im Sinne des Heilmittelwerberechts (§ 10 HWG) keine werblichen Informationen über verschreibungspflichtige Medikamente bereitstellen.

1 Krebs in Deutschland für 2015/2016. Berlin, 2019. 12. Ausgabe: https://www.krebsdaten.de. Letzter Abruf: 29.3.2021
2 Symptome bei Prostatakrebs: www.prostata-hilfe-deutschland.de/prostata-news/symptome-bei-prostatakrebs-1. Letzter Abruf: 29.3.2021.
3 Patientenleitlinie „Prostatakrebs I – lokal begrenztes Prostatakarzinom“, 3. Auflage 2018: www.leitlinienprogramm-onkologie.de/patientenleitlinien/prostatakrebs/. Letzter Abruf: 29.3.2021.
4 Patientenleitlinie „Prostatakrebs 2 - Lokal fortgeschrittenes und metastasiertes Prostatakarzinom“, 4. Auflage 2018: www.leitlinienprogramm-onkologie.de/patientenleitlinien/prostatakrebs/. Letzter Abruf: 29.3.2021.
5 S3-Leitlinie Prostatakarzinom, Mai 2019: www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/prostatakarzinom/. Letzter Abruf: 29.3.2021.
 
EM-57841